
Lukas Rauchstein / Grand Piano, Vocals
Naris Sebastian Stolz / Fretless Bass
Tarik Dosdogru / Drums, Percussion
Adam Balcerak / Guitar
Johanna Stein / Violoncello
Marek Jonetzki / Trumpet
Lukas Rauchstein is playing on „model d“ – concert grand piano by Steinway & Sons.
Recorded at Loft, Cologne in March 2021
Engineered by Stefan Deistler
Mastered by Stefan Deistler at Deistler Sounds, Bergisch Gladbach
Produced by Lukas Rauchstein
Jetzt überall erhältlich:
Natürlich auch bei Amazon und im Handel.
Kammermusik – Ein Schlüssel, der die Pforte zum Draußen öffnet
oder: Ein Album wie ein stilvoller Club
Schon mit dem etwas expressionistisch beginnenden Stück Löwin holt uns der Schauspieler und Sänger nebst seines Ensembles aus dem Isolationszimmer. Wir erleben nur kurz die Atmosphäre des Alleinseins, dieses seltsam skurrile Gefühl der Abgeschiedenheit, während wir an der Hand genommen und in die Welt der Cabarets geführt werden. Kaum, dass die Musik läuft, fährt die Limousine vor und bringt uns in einen zeitlosen Club, der doch irgendwie an die 50er erinnert. Modern ist er, nicht aber so steril, wie sie heute sind, die Clubs, nicht kitschig oder zu heruntergekommen. Stilvoll eben.
Wir kommen in eines jener Etablissements, in denen es noch richtige Musik gibt, Club-Atmosphäre fernab elektronischer Klänge, ausgestattet mit schweren Ledersesseln, Kanapees, massiven Holztischen und teuren Tapeten. Dort drüben an der dezent beleuchteten Bar qualmt eine Zigarette im Aschenbecher vor sich hin, daneben ein halb volles Glas Don Juan, während die Löwin mit dem Pianisten schäkert. Und der Pianist hat Lust zum Schmusen, lässt sich seinen Don Juan schmecken und spielt weiter, sinniert über Körpergewicht, Aufstände, Golf spielen in Greifswald und fordert seinen ihm zustehenden Applaus ein. Lukas Rauchstein muss niemanden vors Sängergericht ziehen, denn das Publikum, wir, sind fasziniert, umschmeicheln ihn mit Lob und streicheln seinen Kopf.
Der Club ist bis auf den letzten Platz ausverkauft und auch, wenn Alle Helden weggerannt sind, herrscht eine Stimmung zwischen Erleichterung aber zuweilen auch Beklemmung, wennschon Freude und Fröhlichkeit stets überwiegen. Kaum dass man sitzt, zuckt die Lust zum Tanzen. Ich höre jemanden sagen: „Der klingt so ein bisschen wie Bodo Wartke.“ Eine Dame entgegnet, dass da auch „ne Prise Westernhagen drin“ sei. Ich kann mich nicht entscheiden. Lukas Rauchstein schafft mit seiner Musik fast schon ein eigenes Genre. Irgendwo zwischen Jazz und Blues, zwischen Rock und Avantgarde, ja, hin und wieder riecht es gar leicht nach Punkrock und Ska.
Ich kann nicht sehr viel, außer Theater und Musik, singt der Pianist. Ich bin geneigt, zu widersprechen. Denn das, was uns hier geboten wird, ist eine eigene Welt. Geschaffen von dem, der sagt, er könne nicht viel. Denn die Chemie stimmt hier ebenso, wie die Physik. Gut, dass er hier sein Abitur gemacht hat.
Lass mich nicht los, heißt es im kleinen Epilog. Und wahrlich: los lassen wollen wir nicht und das große Wort Schade zwingt den Finger auf die Repeat-Taste. „Schon zu Ende?“ sagt jemand und ein Grummeln des Bedauerns geht durch den Raum. Standing Ovations nach dem letzten Song. Der Club verraucht, die Gläser noch lange nicht leer, kann doch jetzt noch nicht schon geschlossen werden?!
Fangen wir eben noch einmal von vorn an. Denn dieses Album, auf dessen CD Cover nebenbei bemerkt, ein kleines aber wesentliches Detail fehlt (Wo ist die Kirsche, wenn man sie braucht?), ist nicht nur eins der großartigsten, das ich in den letzten Monaten gehört habe, sondern ein All-time Event. Ob im Auto, auf dem Sofa, im Lesesessel, allein oder mit Freunden, der Familie … Lukas Rauchstein und seine Musiker verzaubern, entführen, unterhalten, erzählen und verlieren dabei nicht eine Sekunde diesen Anspruch an ehrliche Musik, an Intellekt und ja, ich muss es so sagen: Perfektion! Eine Kaufempfehlung? Nein! Eher eine Drohung: Wer dieses Album nicht im Regal hat und es regelmäßig hört, denn man hört sich daran auch nicht satt, verpasst ein Stück Musikgeschichte.
Jedoch impliziert Lukas Rauchstein und sein Ensemble schon textlich oftmals das Sein in Gesellschaft. Die Musik dazu in Summe zwingt förmlich Bewegung auf. Das ist in diesen Zeiten ja fast schon „konform“ – Corona-Konform nämlich. Abstand, Isolation und Tanzverbote kennen wir aus den vergangenen zwei Jahren zur Genüge. Nun aber wollen wir endlich auch mal wieder raus. Wir wollen unter Menschen und MIT Menschen gemeinsam Musik erleben, zelebrieren, feiern. Kammermusik, Luskas Rauchsteins neues Album ist dabei wie ein Schlüssel, der die Pforte zum Draußen mit dem ersten Ton öffnet. Hummeln im Allerwertesten werden gratis mitgeliefert.

M. Kruppe – Autor, Sprecher und Moderator.
M.Kruppe ist Autor, Sprecher und Moderator. Der in Leipzig lebende Vater zweier Töchter veröffentlichte im Jahr 2007 sein erstes Buch „Krieg im Nimmerland“ (Edition PaperOne) und schreibt hauptsächlich prosaische Gedichte und Short-Storys.
Seit 2010 tritt er mit verschiedenen literarischen Programmen auf Bühnen im deutschsprachigen Raum auf, las aber auch schon in Glasgow, Tampere und Helsinki (Finnland). Letzteres erst jüngst, im Februar 2022 als Residenzkünstler für das Deutsche Kulturzentrum Tampere.
Auf der Streamingplattform Twitch unterhält er aktuell zwei Livestream-Formate im Stile einer Radiosendung. Dabei mischt er bei dem Programm „Kraftausdrücke“ Literatur mit Musik verschiedenster Genres und im Rahmen der „Kinderstunde“ bringt er Kids Literatur nahe.
Auch als Bühnenmoderator tritt Kruppe in Erscheinung. So moderiert er in unregelmäßigen Abständen literarische Veranstaltungen des thüringer Lese-Zeichen e.V. und die Literarischen Salons des Verlages Edition Outbird. 2019 war er Moderator der großen Bühne im Heinepark im Rahmen des Rudolstadt-Festivals (ehemals Tanz- und Folkfest) und 2021 die Literatur- und die Konzertbühne der Geraer Kulturtage. Mehr erfahren Sie hier: www.mkruppe.de
Hitwerkstatt
Lukas Rauchstein über Busfahrer und andere Zyklopen //
„Kunst kommt von Leid, Genosse“
Die BahnCard 100 muss sich nicht rentieren /
Quer durchs Land – die Theaterarbeit
der letzten Jahre
KLEIN & FEIN in Homberg (EFZE) / Ausverkauftes Haus in Hessen – Ein Fest!
Ausverkauftes Haus in Hessen! Vielen Dank für den wunderbaren Abend in einmaliger Location. Es war uns ein Fest! https://fb.watch/bwB_fi_f8F/
“Ich kann das nicht” kann man auch singen / LuLu’s Erwachen
In der aktuellen Ausgabe der SOZIOkultur findet sich ein Artikel von mir über „LuLu‘s Erwachen“.
Oberhausen / Eine kleine Heimkehr.
Freue mich sehr, nach langer Zeit für lange Zeit zurück zu sein in Oberhausen, wo ich mich immer sehr wohl fühlte. Und noch mehr, [...]
Wilhelmshaven III
Banter Ruine. Zum Schluss die Fischplatte. Ein bisschen Wehmut schwingt mit, schließlich habe ich im letzten halben Jahr hier fünfmal in der Woche gegessen. [...]
Köln / Mahlzeit!
Wenn man am Wochenende die letzten sechs Hauptmahlzeiten im schönsten Restaurant der Welt, der Gösser Bierklinik in Wien, zu sich genommen hat, gibt es [...]
Wilhelmshaven II / Immer diese witzigen Busfahrer
Immer diese witzigen Busfahrer. Oft höre ich von mir: "Wenn ich eines Tages wirklich jemanden umbringe, dann eine Oma auf der Rolltreppe Hannover Hauptbahnhof [...]
SONGWRITER / KOMPONIST / REGISSEUR
PREISE UND STIPENDIEN
2021
„In drei Tagen auf die Bretter!“ – Preisträgerkonzept beim „Marktplatz Schule MV“
2017
Erster Preis beim SongSlam in der Lagerhalle Osnabrück mit „Alle Helden weggerannt“
2016
Erster Preis beim SongSlam in Münster mit „Geh nicht“
2014
Nominierung zum „Wiener Kleinkunstnagel“
Nominierung zum „Ostfriesischen Kleinkunstpreis“
2013
Erster Preis beim „SingerSongwriterSlam“ im Haus73 Hamburg mit „Mehr als nur Dein Bild“
2012
Nominierung zum Deutschen Chansonpreis
2011
Preisträger-Stipendium beim „Treffen Junge Musik-Szene“ der Berliner Festspiele mit „Sahnsucht“
Erster Preis und historische Höchstpunktzahl beim „SingerSongwriterSlam“ im Haus73 Hamburg mit „Männerphantasie“
Einladung zur Versionale – Internationales Festival für Theaterregie
2005
Beste Sololeistung am Klavier und Akkordeon Podium Tasteninstrumente
VERÖFFENTLICHUNGEN
2022
„Ich kann das nicht!’ kann man auch singen“ in SOZIOkultur 4/21
2021
„Kammermusik“ – EP (CD und 10inch-Vinyl), published by hey!blau records
2016
„Theater im Sozialen – Eine Biografie“ in „Geschlossene Gesellschaft – Identitätsdramen zwischen Text und Performanz“ von Katharina Gladisch (Hg.) und Thomas Klie (Hg.) beim LIT-Verlag
2013
„Der goldene Füller“ – Musiksingle, published by recordjet @ Itunes
2012
„Lyriker denn je“ – Gedichtband beim LuLu-Verlag
2010
„Leuchttürme“ – Musik-EP, produziert vom nku Netzwerkkompass
2008
„Randerscheinungen“ – Musikalbum
PRODUKTIONEN / INZENIERUNGEN (AUSWAHL)
2022
„LuLu’s Erwachen – II“ – Regie, Kompostion (Zebef Ludwigslust, Bundesverband Soziokultur e.V.)
„HIDDEN TRACKS – Auf den Spuren einer Insel“ – Regie, Kompostion, künstlerische Gesamtleitung (Hiddensee, Projekte.art e.V., Deutsche Kinder- und Jugendstiftung)
2021
„Mutters Wahn“ – Produktionsleitung Hörbuch nach der Romanvorlage von Martin Goyk
„Die Gewehre der Frau Carrar“ – Regie (Circus AXO, Frederick Ensemble Wilhelmshaven, Projektfabrik gGmbH)
„Die Meistersinger von LuLu“ – künstlerische Gesamtleitung (KuBi Fonds MV)
„Die GutsKids kommen!“ – Regie, Kompostion (Gutshaus Ramin, Paritätischer Gesamtverband)
„LuLu’s Erwachen“ – Regie, Kompostion (Zebef Ludwigslust, Bundesverband Soziokultur e.V.)
2020
„Der gute Mensch von Sezuan“ – Regie (Zebef Ludwigslust, Projektfabrik gGmbH)
2019
„Das Innere der Hell Erleuchteten Bude“ – Regie (Zebef Ludwigslust, Projektfabrik gGmbH)
„Doppelpass – Die Literaturshow“ – Musik, Regie (Compagnie de Comédie Rostock, Theaterneubau)
„Lena & Die Letzten Tänzer“ – Musik, Regie (Ataraxia Schwerin, Projektfabrik gGmbH)
„In einem tiefen, dunklen Wald“ – Komposition (Theater Freiburg)
2018
„Die letzten Tage der Menschheit“ – Komposition, musik. Leitung (Serbenhalle Wiener Neustadt, Regie Paulus Manker)
„Der Menschenfeind“ – Regie (Anne Frank Haus Minden, Projektfabrik gGmbH)
2017
„Bethlehem Basis Lager“ – Komposition, musik. Leitung (Kampnagel Hamburg, Ender/Kolosko)
„Desintegrationscamp“ – Komposition, musik. Leitung (Maxim Gorki Theater Berlin, Herbstsalon, Ender/Kolosko)
„Was Du säst“ – Regie, Komposition, musik. Leitung (Kulturkirche Buchholz)
„Hans im Glück“ – Komposition, musik. Leitung (Niederdeutsche Bühne Kiel)
„Faust“ – Regie (Mägdleinschule Pirna, Projektfabrik gGmbH)
2016
„Geschlossene Gesellschaft“ – Regie (Universität Rostock, Stiftung Kirche mit Anderen, Theaterneubau Rostock)
„Russendisko in der sChillerlounge“ – Regie, Komposition, musik. Leitung (Theaterneubau, Projektfabrik gGmbH)
„Schneewittchen“ – Komposition, musik. Leitung (Niederdeutsche Bühne Kiel)
2015
„Pinocchio“ – Komposition, musik. Leitung (Theater Oberhausen)
„Diaries From Home 1 -3 “ – Regie, Komposition, musik. Leitung (Theaterneubau, Bundesministerium für Bildung und Forschung)
2014
„Meister Mill auf dem Olymp“ – Regie (Theaterneubau Rostock, Projektfabrik gGmbH)
„In einem tiefen, dunklen Wald“ – Komposition, musikalische Leitung (Theater Oberhausen)
„Tischlein Deck Dich“ – Komposition, musik. Leitung (Niederdeutsche Bühne Kiel)
„Hamletanstalt“ – Komposition, musik. Leitung (Stadttheater Bremerhaven, Ender/Kolosko)
„Das Zentrum lebt!“ – Komposition, musik. Leitung (Fonds DaKü, Theater Oberhausen, Ender/Kolosko)
„Baand“ – Komposition, musik. Leitung (Literaturhaus Kopenhagen)
2013
„Oberheimat“ – Komposition, musik. Leitung (Fonds DaKü, Ringlokschuppen Mülheim, Ender/Kolosko)
„Schneeweißchen und Rosenrot“ – Komposition, musik. Leitung (Niederdeutsche Bühne Kiel)
„Schwätzlejagd“ – Komposition, musik. Leitung (Staatstheater Stuttgart, Ender/Kolosko)
„Parzivalpark“ – Komposition, musik. Leitung (Kampnagel Hamburg, Ender/Kolosko)
„Tulmult . Eine Stadt für Geschichten“ – Komposition, musik. Leitung (Theater Ulm, Ender/Kolosko)
„Gemeingut – Das Theater kommt zu Besuch“ – Komposition, musik. Leitung (Theater Ulm, Ender/Kolosko)
„Hamletanstalt – Ein Luxusoratorium“ – Komposition, musik. Leitung (Kampnagel Hamburg, Ender/Kolosko)
2012
„Deutschland entwickelt sich prächtig“ – Regie (Deutsche Forschungsgemeinschaft)
2011
„Wilhelm Tell“ – Regie, musik. Leitung, Komposition (Versionale, naTo Leipzig)
2010
„Linie 7“ – künstlerische Leitung, Komposition (Bundesministerium für Arbeit und Soziales)
„Leuchttürme“ – Komposition (nku e.V, Tv.Rostock, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit des Landes Mecklenburg- Vorpommern)
„Rabenlieder“ – Co-Regie und Komposition (ORF, 3Sat, Galiani Verlag, Videoportrait Peter Wawerzinek und Livekonzerte im Rahmen des Ingeborg-Bachmann-Preises 2010)
SONSTIGES
2010
Gründung eines Regie- und Künstlerkollektivs mit Christoph Martin Schmidt
Konzertreise durch Norditalien und Frankreich
Seit 2010
Konzertante Lesungen mit Peter Wawerzinek
2010 – 2012
freie Auftragskomponistentätigkeit in Hamburg
2013
Einladung zum Bardentreffen Nürnberg
2014
Gründung und Eröffnung des THEATERNEUBAU in Rostock, einer freien Produktionsstätte für Off-Theater
2014
Workshops zu „Choreografischen Erzählungen“ bei Wojtek Klemm, Staatsschauspiel Dresden im Rahmen des 1. Bürgerbühnenfestivals
2015
Workshops zur Theaterarbeit mit „Experten des Alltags“ im Rahmen des 2. Bürgerbühnenfestivals in Mannheim
2017
Regieworkshop zur Schauspiellehre von Michael Tschechow bei Jobst Langhans, Projektfabrik gGmbH in Witten
2015
20-jähriges Bühnenjubiläum (große Gala und Konzerttournee)
Seit 2015
Konzertante Lesungen mit Kersten Flenter
Lukas Rauchstein /
Agentur Decoupigny
Zwirnerstraße 12
50678 Köln
hitwerkstatt@lukasrauchstein.de